Firmlinge Arzell - Steinbach
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 Firmlinge Eiterfeld
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 Firmlinge Großentaft
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 Firmlinge Rasdorf
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 Firmlinge Ufhausen
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"Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt" (Apg 2,4): Rückblick auf die Firmungen in unserem Pastoralverbund

Im November empfingen 135 junge Christen aus dem Pastoralverbund Hessisches Kegelspiel zu den hll. 14 Nothelfern das Sakrament der heiligen Firmung. In Großentaft (11.11.) und Ufhausen (24.11.) spendete Domkapitular Prälat Christof Steinert 16 bzw. 22 Jugendlichen, in Arzell mit Steinbach und Rasdorf (17.11.) sowie Eiterfeld (18.11.) Bischof em. Heinz Josef Algermissen 20, 33 und 44 Jugendlichen das Firmsakrament. Dabei gestalteten die Firmbewerber/innen die Firmungen durch Begrüßungs- und Dankesworte - besonders an die Firmspender, ihre Patinnen und Paten sowie die Katecheten, die sie über die Zeit der Firmvorbereitung begleitet haben -, Lesungen und Gebete mit.

In Großentaft fiel die Firmung auf den Martinstag. Somit begann Domkapitular Steinert seine Predigt mit dem Martinslied und einigen Merkmalen, die den heiligen Martin in seinem Handeln als Christ auszeichneten. Die Firmung in Ufhausen war mitgeprägt vom Christkönigstag. In Anlehnung dessen erklärte Steinert, dass wir in Taufe mit Chrisam, dem Öl, mit dem schon Christus als der für die Christen wahre König gesalbt wurde und auch wir als Priester, König und Prophet gesalbt wurden. Das heiße, wir sind Königskinder und sollten in dieser besonderen Würde als Christen leben. Mit der Taufe begonnen, bei der die Eltern und Paten sich stellvertretend zu dem Glauben an Gott bekannten, seien in der Firmung die jungen Christen selbst in der Verantwortung, sich zu dem christlichen Glauben zu bekennen. Im weiteren Verlauf führte Domkapitular Steinert in seiner Predigt an die Gläubigen die Bedeutung der sieben Gaben des Heiligen Geistes aus und stellte immer wieder eingängige und plastische Verknüpfungen zu der Lebenswelt der Firmbewerber/innen her. Es reiche nicht, wie er bei der Firmung in Großentaft betonte, das Gute und Richtige (etwa Christus im Bettler bzw. in der Not) zu erkennen, sondern man müsse vielmehr auch Mut haben danach zu handeln - wie es einst St. Martin tat und uns damit zum vorbildlichen Christen wurde.

Bezugnehmend auf das Pfingstlied "Komm Schöpfer Geist" umschrieb Bischof em. Algermissen in den Firmungen in Arzell, Rasdorf und Eiterfeld den Heiligen Geist als den "Finger Gottes, der uns führt", als Beistand und Tröster. Damit gebe er uns Menschen, die immer wieder auf der Suche nach einem guten Weg seien, die entscheidende Orientierung in unserem Leben. In seiner weiteren Ausführung der Predigt stellte der Bischof anhand verschiedener Berichte und Geschichten die Bedeutung des Hl. Geistes für die Hörer dar.

So stand bei der Firmung in Arzell die Frage "Wie geht es mit mir weiter?" im Mittelpunkt und führte einige Aspekte zu der Frage mit Hilfe eines Berichtes aus einer Bergsteigerillustrierten aus. Wenn sich die Jugendlichen in ihrem Leben auf die Führung des Hl. Geistes verlassen, werde es gut mit ihnen weiter gehen, so Algermissen. Bei der Firmung in Rasdorf diente das Bild eines Filters und der damit verbundene Appell "Prüfe, was du weiter erzählen willst!" als Leitfaden. Dazu würden drei Fragen aus einer Geschichte des Judentums hilfreich sein: 1. Ist das wahr, was ich weiter sagen möchte? 2. Ist das gut, was ich weiter erzählen möchte? und 3. Ist es wichtig, was ich sagen möchte? In Eiterfeld bezog sich Bischof em. Algermissen auf eine eigene Erfahrung bei einem Unfall, die er auf einer Autofahrt machte. Als er an der Unfallstelle vorüber fuhr, sah er, wie ein Mensch über einem anderen gebeugt stoßartig Luft holte. Es war die Situation einer Mund-zu-Mund-Beatmung. So ähnlich könne man sich das Wirken des Geistes Gottes vorstellen, wenn etwa im biblischen Buch Genesis Kapitel 2 davon berichtet wird, dass Gott einem geformten Erdklumpen seinen Lebensatem einhaucht und daraus in der Folge ein lebendiger Mensch wird.

Das Evangelium nach Johannes, in dem darüber berichtet wird, wie Jesus seine Jünger anhaucht und ihnen den Hl. Geist schenkt, greife jene Bedeutung (auch die im Bild der Mund-zu-Mund-Beatmung) auf. Der Geist Gottes sei es, der Leben schenke. Zum Abschluss seiner Predigt legte der Bischof die zwei zentralen Zeichen bei der Firmung aus, damit alle im Gottesdienst Mitfeiernden auch das verstehen könnten, was sich bei der Firmspendung vollzieht. Bei der Handauflegung des Firmspenders solle dem Firmling die Botschaft von Gott mitgeteilt werden: "Ich bin bei dir; ich beschütze dich, was auch immer passiert; du kannst nicht weiter weglaufen als in die Arme Gottes", wie Letzteres an der biblischen Erzählung bei Lukas von dem barmherzigen Vater beschrieben wird. Die Handauflegung des Paten/der Patin solle deutlich machen: "Ich begleite dich, ich stehe dir mit Rat und Tat zur Seite, meine Tür steht immer für dich offen". Diese offenherzige Zuwendung sei das größte nicht bezahlbare Geschenk, das man den (Paten-)Kindern machen könne und das Rede-und-Antwort-Stehen betonte der Bischof noch einmal als Appell an die Eltern und Paten der Gefirmten. Denn die Sprachlosigkeit des Glaubens, was einem sterbenden Glauben gleich komme, sei seine größte Sorge. Mit dem zweiten Zeichen, der Chrisamsalbung, das den Gefirmten in Form eines Kreuzes auf die Stirn gezeichnet wurde, nehme - wie das Salböl in die Haut einzieht - Jesus Christus in unserem Körper Wohnung und damit könne auch der wahre tiefe Friede, den nur Gott schenkt, in unsere Herzen einziehen. Ein Sakrament, so auch die heilige Firmung, bringe uns immer in Berührung mit Christus. Jesus strecke den zu Firmenden die Arme entgegen - die Empfangenden müssten jedoch auch danach greifen und entgegennehmen.

Musikalisch wurden die Firmungen neben der Orgel durch die gemeindezugehörigen Musikgruppen und Chöre gestaltet und trugen damit zu sehr festlichen Feiern bei.